Reinhold Schulz ist der russlanddeutschen Öffentlichkeit wegen seiner langjährigen, fruchtbaren literarischen Tätigkeit sehr gut bekannt. Die Redaktion der Zeitung „Neue Semljaki“ hat ihn zu Recht als „Unser Spätaussiedler-Tolstoi“ bezeichnet. Unter seinem literarischen Pseudonym „Papa Schulz“ hat er auch bundesweite Bekanntheit erworben.

Reinhold Schulz wurde am 1. November 1949 als Sohn deutscher Schytomyrer Kolonisten im Verbannungsort Krasnosatonskij-Siedlung (Komi ASSR) geboren. Seine Vorfahren stammten aus der Gegend von Königsberg, das damals zu Preußen gehörte und heute zu Russland zählt. Im Jahr 1860 ließen sie sich in Wolhynien nieder, einer Region in der heutigen Ukraine. Wie die meisten        Russlanddeutschen wurden auch die Vorfahren von Reinhold Schulz mehrfach von den Herrschenden deportiert: 1914 in den Südural, 1934 an die Grenze zu Finnland und nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1941 in die Republik Komi. Dort wuchs Reinhold Schulz zusammen mit seinem jüngsten Bruder Leo auf.
       Zehn Jahre lang kämpfte Reinhold Schulz in der UdSSR für sein Recht, nach Deutschland, seiner historischen Heimat, zurückzukehren. Nachdem die Familie am Sonntag, dem 19. August 1990, um 9 Uhr morgens die Erlaubnis erhalten hatte, Russland zu verlassen, fuhr er mit ihr in einem Auto von Syktywkar aus in Richtung Deutschland. Die 6 811 Kilometer lange Reise nahm sechs Tage in Anspruch. Am Freitag, dem 24. August 1990, trafen sie im Aufnahmelager Friedland ein und wurden anschließend nach Gießen weitergeleitet, wo sie am 4. September 1990 ankamen.
Nach Abschluss eines neunmonatigen akademischen Lehrgangs wurde Reinhold Schulz zunächst als Übersetzer und später als Leiter der europäischen christlichen und humanitären Hilfe für Bedürftige in Russland eingestellt.
       In Deutschland war er als Übersetzer eine große Hilfe für Russlanddeutsche und Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR. Er begleitete sie zu Ämtern, füllte Anträge aus, löste ihre persönlichen Probleme, half ihnen bei der Wohnungssuche und Vermittlung von Arbeitsstellen und erklärte ihnen die Besonderheiten des Lebens in ihrer neuen Heimat. Er führte sie in nahegelegene deutsche Städte und machte sie mit deutscher Geschichte, Kultur und dem modernen Leben vertraut. Zu diesem Zweck hat er das Buch „Reiseführer“ geschrieben.
Reinhold Schulz hat mehr als 2.000 Medienveröffentlichungen vorzuweisen. Allein die evangelikale Zeitung „Vergessener Altar“ wird in 37 Ländern gelesen.
       Er veröffentlichte über 20 seiner Bücher in kleinen Geschenkausgaben auf eigene Kosten und trug so zur Aufarbeitung der schwierigen Geschichte der Russlanddeutschen bei. Bücher von Reinhold Schulz befinden sich im Besitz bekannter deutscher Politiker, darunter der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, sein Nachfolger Volker Bouffier und der Gießener Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher.
       Reinhold Schulz hatte in Berlin beim Radio Berlin Brandenburg seine eigene wöchentliche Comedy-Sendung: Radio Club – „Zu Gast bei Papa Schulz“, die er zusammen mit dem Radiojournalisten Konstantin Iyulsky moderierte.
       Reinhold Schulz ist im Besitz des „Lach-Ordens“, mit dem Komiker und Humoristen ausgezeichnet werden. Er hat wertvolle Preise, Ehrenurkunden, Diplome, literarische Medaillen und zahlreiche Antworten dankbarer Leser erhalten. Reinhold Schulz hat zahlreiche Literaturwettbewerbe gewonnen, darunter 2007 in Dresden den ersten gesamtdeutschen Prosa- und Journalistenwettbewerb „Neuer Hafen“. Dort wurde er mit einem Diplom und dem „Goldenen Globus“ ausgezeichnet, der sich im „Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte“ in Detmold befindet.
       Die witzigen Essays von „Papa Schulz” werden von aufmerksamen Leserinnen und Lesern stets mit großer Spannung erwartet.