Wladimir Anzukow (Woldemar von Anz)
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Zerstörung und Unheil auf ihren Wegen
Zerstörung und Unheil auf ihren Wegen
Römer 3:16; Textbibel 1899Am 27. September 2016 schloss die Verwaltung der Stadt Chimki mit dem Vorsitzenden der Deutschen national-kulturellen Autonomie der Stadt Chimki/Oblast Moskau Wladimir Anzukow (Woldemar von Anz) den „Mietvertrag Nr. 618 über die kostenlose Nutzung der verwahrlosten Räumlichkeiten (96,4 m²) unter der Adresse Chkalova-Straße 3, 141400 Chimki“. Woldemar von Anz gab seine Eigenmittel für die Renovierung des Gebäudes und die Flächensanierung aus.
Es ist zur wichtigen Informations- und Begegnungsstätte der Russlanddeutschen der gesamten Oblast Moskau geworden.
Am 28. August 2021 wurde der Gedenkstein / die Gedenktafel am 80. Jahrestag der Massendeportation der Russlanddeutschen – des einzigen nicht rehabilitierten Volkes Russlands – eingeweiht.
Von links nach rechts: Dr. Eugen Scholl; Kulturattachée Guido Kemmerling; Woldemar von Anz; Schriftsteller Hugo Wormsbecher; Paul Kieß, Leiter des Profilausschusses für nationale Angelegenheiten des russischen Parlaments a. D.; Künstler Sergei Tscherepacha, Vorsitzender der Chimki-Zweigstelle der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft. Dieses Foto wurde von Tatjana Jurjewna Malitskaja, Vorsitzender der Allianz der gemeinnützigen Volksfonds des Föderalen Volksrats, aufgenommen; auf dem nächsten Foto ist sie ganz rechts.
Die deutsche Übersetzung der russischen Inschrift auf dem Gedenkstein:
„Laut vorläufigen Angaben,
die die Militärbehörden erhalten haben,
befinden sich unter der in den Wolgarayons
wohnenden deutschen Bevölkerung
Tausende und aber Tausende
Diversanten und Spione,
die nach dem aus Deutschland gegebenen Signal
Explosionen in den von den Wolgadeutschen
besiedelten Rayons hervorrufen sollen.
…dem Staatlichen Komitee für Landesverteidigung… wurde angeordnet,
die Übersiedlung der gesamten Wolgadeutschen
unverzüglich auszuführen…“
(Aus dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR
vom 28. August 1941)„Im Erlass vom 28. August 1941…
wurden große Gruppen von deutschen
Sowjetbürgern beschuldigt,
den faschistischen deutschen Landräubern
aktive Hilfe und Vorschub geleistet zu haben.
Das Leben hat gezeigt, daß diese wahllos erhobenen Anschuldigungen
unbegründet waren…
“ (Aus dem Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR
vom 29. August 1964)Diese Gedenktafel wurde am 80-Jahrestag
der Massendeportation von Russlanddeutschen –
des einzigen nicht rehabilitierten Volk Russlands – eingeweiht.Der Gedenkstein wurde als Ort des stillen Gedenkens angedacht und viele Russlanddeutsche nutzten dieses Angebot, um ihrer unschuldig tragisch umgekommenen Familienangehörigen und Vorfahren zu gedenken.
Kurz darauf entschieden sich die Moskauer Behörden den Mietvertrag mit der Deutschen national-kulturellen Autonomie der Stadt Chimki unbegründet nicht mehr zu verlängern, aber der Gedenkstein blieb noch fast vier Jahre stehen und wurde von Woldemar von Anz sorgsam bewahrt.
Anfang März 2025 kam Woldemar von Anz wieder zur Gedenkstätte und sah nur die Anzeichen des Vandalismus.
Am 5. März 2025 wurde mit dem Schreiben an den Leiter der Hauptdirektion des Innenministeriums Russlands für die Region Moskau Generalleutnant der Polizei Wiktor Kusmitsch Paukow die Strafanzeige gegen die Unbekannten erstattet.